Wer wir sind
Das Symbol des roten Kreuzes auf weißem Grund besteht aus fünf Quadraten; unser Rotes Kreuz setzt sich aus einer Vielzahl von roten Würfeln zusammen, die symbolisch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen. In diesem Symbol steckt die Offensivkraft und die Langlebigkeit der Organisation, für die es steht. Diese erschöpft sich nicht in schnellen Rettungswagen, modernen Geräten oder spektakulären Hilfseinsätzen in Kriegs- und Katastrophengebieten. Die stärkste Kraft in diesem Zeichen sind die Menschen, die sich von der Idee dahinter begeistern lassen – und die vor allem danach handeln: die eingreifen und die Not ihrer Mitmenschen abwenden, statt in Gleichgültigkeit zu verharren, die Zustände zu beklagen oder theoretisch zu beschreiben.
Ein hohes Maß an Beweglichkeit und Einsatzbereitschaft setzt jedoch eine feste geistige Verankerung voraus, deshalb ist die Idee, die vor knapp 150 Jahren auf einem Schlachtfeld in Italien entstand, in sieben Grundsätze gegossen. 200 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 181 Ländern – und nur sieben Rotkreuz-Grundsätze, damit sie alle an einem Strang ziehen.
Menschlichkeit
Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, entstanden aus dem Willen, den Verwundeten der Schlachtfelder unterschiedslos Hilfe zu leisten, bemüht sich in Ihrer internationalen und nationalen Tätigkeit, menschliches Leiden überall und jederzeit zu verhüten und zu lindern. Sie ist bestrebt, Leben und Gesundheit zu schützen und der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen. Sie fördert gegenseitiges Verständnis, Freundschaft, Zusammenarbeit und einen dauerhaften Frieden unter allen Völkern.
( Wir dienen Menschen. Aber keinem System. )
Unparteilichkeit
Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, unterscheidet nicht nach Nationalität, Rasse, Religion, sozialer Stellung oder politischer Überzeugung. Sie ist einzig bemüht, den Menschen nach dem Maß ihrer Not zu Helfen und dabei den dringendsten Fällen den Vorrang zu geben.
( Wir versorgen das Opfer. Aber genauso den Täter. )
Neutralität
Um sich das Vertrauen aller zu bewahren, enthält sich die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung der Teilnahme an Feindseligkeiten wie auch, zu jeder Zeit, an politischen, rassischen, religiösen oder ideologischen Auseinandersetzungen.
( Wir ergreifen die Initiative. Aber niemals Partei. )
Unabhängigkeit
Die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ist unabhängig. Wenn auch die nationalen Gesellschaften den Behörden bei ihrer humanitären Tätigkeit als Hilfsgesellschaft zur Seite stehen und den jeweiligen Landesgesetzen unterworfen sind, müssen sie dennoch eine Eigenständigkeit bewahren, die ihnen gestattet, jederzeit nach den Grundsätzen der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zu handeln.
( Wir gehorchen der Not. Aber nicht dem König. )
Freiwilligkeit
Die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung verkörpert Freiwillige und uneigennützige Hilfe ohne jedes Gewinnstreben.
( Wir arbeiten rund um die Uhr. Aber niemals für die eigene Tasche. )
Einheit
In jedem Land kann es nur eine einzige nationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaft geben. Sie muss allen offen stehen und ihre humanitäre Tätigkeit im ganzen Land ausüben.
( Wir haben viele Talente. Aber nur eine Idee. )
Universalität
Die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ist weltumfassend. In ihr haben alle nationalen Gesellschaften gleiche Rechte und die Pflicht, einander zu helfen.
( Wir achten Nationen. Aber keine Grenzen. )
In einem Satz zusammengefasst gilt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
im Roten Kreuz, was Antoine de Saint-Exupéry geschrieben hat:
Menschsein heißt verantwortlich sein.
Scham empfinden beim Anblick einer Not,
auch wenn man augenscheinlich nicht schuld an ihr ist.
Stolz sein auf den Erfolg,
den die Kameraden errungen haben.
Das Gefühl haben, dass der Stein, den man setzt,
mitwirkt am Bau der Welt.